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01.04.2009

Kirche am Scheideweg? Das Zweite Vatikanische Konzil und der Konflikt um die Piusbruderschaft

Bild: U.Neubert

Der Konflikt liegt schon lange zurück. Bereits 1976 wurde Erzbischof Lefebvre von Papst Paul VI. vom Bischofamt enthoben. Dennoch hat er 1988 vier Priester zu Bischöfen geweiht und begab sich damit auf den Weg die katholische Kirche zu verlassen. 

Im Januar 2009 hebt Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation dieser vier Bischöfe auf. Viele Gläubige der katholischen Kirche, Kleriker wie Laien, verstehen diese Entscheidung nicht, da die Priesterbruderschaft bis heute wichtige Entscheidungen des Zweiten Vatikanischen Konzils  - Texte über die Religionsfreiheit und Beziehungen zu den nichtchristlichen Religionen, der Ökumene, der Kirche in der Welt von heute sowie Aussagen über die Kollegialität aller Bischöfe in ihrem Verhältnis zum Papst - derzeit nicht mitträgt.

Anlass genug zu fragen: Kirche am Scheideweg? In einer Kooperationsveranstaltung des katholischen Dekanates Mosbach-Buchen und des Bildungszentrums Mosbach erläuterte in seinem Vortrag Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Lehrstuhlinhalber für Moraltheologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, fast 100 Zuhörerinnen und Zuhörer, die Botschaft des Zweiten Vatikanischen Konzils in den oben genannten Punkte. 

Das neue an diesem Konzil war, dass es zu anderen Konzilien keine Lehrverurteilungen (Anatematismen) gab. Dennoch ist das Konzil nicht einfach nur von pastoraler Bedeutung, sondern unterstreicht die Weite des Glaubens.

Die anschließende sachlich fundierte und nicht verzerrende Diskussion unterstrich noch einmal die Wichtigkeit der Verlebendigung der Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzil. Gleichzeitig machte Prof. Schockenhoff deutlich, dass der Konflikt innerkirchlich nicht unterschätzt werden darf, da die Kirche in ihrer unterschiedlichen Interpretation des Vatikanums II tatsächlich an einer Wegscheidung steht. Welche Richtung sie einschlagen wird bleibt abzuwarten.   

  

Verwandlung

Elisabeth Sandel

Alles was lebt unterliegt der Wandlung, alles was sich nicht wandelt erstarrt und ist tot.

Der Liederabend Verwandlung von Elisabeth Sandel am 23. März 2009 ist seinem Thema ganz gerecht geworden. Verwandlung heißt nicht immer nur Wandel zum Leichten und Guten, nein, es bedeutet auch Krise und Dunkel. Die geistreichen und geistliche Lieder der Liedermacherin und ergänzente und vertiefende Texte von Hilde Domin, Rainer-Maria Rilke und Rose Ausländer, die von Barbara Althoff-Koch vorgetragen und gedeutet wurden, verhalfen dazu, dass 80 Zuhörerinnen und Zuhörer für einen Abend lang zu verzaubern. Darüber hinaus war dieser Abend eine Stärkung in der vorösterlichen Fastenzeit. Musikalische Untersützung erhielt Frau Sandel von einer Violinistin und einer Klarinettistin.  

Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg - Bildungszentrum Mosbach